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Gaestebuch
 


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07.05.2010: Uwe Kaden/ Hamburg: Bewundernswert Ihre mühe- und sinnvolle Zusammenstellung der nur durch Hass vollendeten Zerstörung von Kirchgebäuden in Ostdeutschland. Seit ich denken kann, beschäftige ich mich mit eben diesem Thema. Der Hass auf den Stein. Kulturmord und Bilderstürmerei im Nachkriegs-Deutschland - hauptsächlich im roten Osten. Und genau wie Sie, Herr Köppe, fühlte ich diese Ohnmacht bei der Konfrontation mit dem Unwiederbringlichen. Die vielen das Stadtbild und die Skyline prägenden Großkirchen von Architekten von Weltruf mit ihren Türmen und Kuppeln - für Marx und Lenin der Spitzhacke geopfert. Welch ein Irrsinn! Und dabei ist es für mich immer ein kleines Wunder, wenn etwas verlorengeglaubtes wieder vor mir steht - wie das Dresdner Wunder von 2005. Schon in den 70er Jahren habe ich (als Privatmann) laut nachgedacht über den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, der Potsdamer Garnisonkirche, des Berliner Stadtschlosses u. u. u. Es war also nur eine Frage der Zeit, daß ich im Internet auf Ihre bemerkenswerte Seite stoßen mußte. Gott möge Sie und Ihr Begehren sowie Grundsteinlegung, Richtfest und Weihe jeder der wiederaufgebauten Kirchen reich segnen! Ich werde beten für die Rückkehr der Ulrichskirche und wünsche viel Erfolg!

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.02.2010: Patrick
Burkhardt/ Colbitz: Ich bin Schüler aus Colbitz und verfolge mit großem Interesse die Internetseiten bezüglich des Wiederaufbaus der Ulrichskirche sowie der Kirchensprengungen in der ehemaligen DDR. Zu letzteren habe ich jedoch eine Bitte: Sie haben sehr informativ Bilder und Geschichte der einzelnen Kirchen zusammengetragen, jedoch ist es für mich anhand der Bilder sehr schwer nachzuvollziehen, wo der einstige Standort der jeweiligen Kirchen war. Eventuell könnten sie dies ja ihrer Seite hinzufügen.

05.12.2009:
Dr. Martin Mickoleit/ Rostock: Zunächst muß ich vorausschicken: Ich habe mich selbst vor einigen Jahren aus Überzeugungsgründen von der Christlichen Kirche abgewandt, bin also bekennender "Heide". Dennoch liegt mir der Erhalt alter Kirchen als Kulturgut sehr am Herzen. Bereits in jungen Jahren galt mein Interesse der Architektur. Insbesondere faszinierten mich die herrlichen großen Backsteinkirchen meiner norddeutschen Heimat. In meiner Heimatstadt Wismar gab es drei große Kirchen: Eine intakt, eine lag in Trümmern, von einer stand (und steht) leider nur noch der Turm. Im Schaufenster eines Fotografen waren (es war etwa Mitte der achtziger Jahre, ich war damals Schüler) Bilder ausgestellt, welche die kriegszerstörte Marienkirche zeigten. Es war deutlich zu sehen: Der größte Teil des Dachstuhls des Hauptschiffs stand noch, die Mauern und Strebepfeiler waren weitgehend intakt. Die Kirche hätte erhalten werden können. Mir war klar: es handelte sich um einen Kulturfrevel sondergleichen. Später erfuhr ich, daß es noch mehr solche Schandtaten gab. Insbesondere Kirchen fielen dem SED-Kulturterror zum Opfer. Die Religionsfeindlichkeit des SED-Regimes war klar erkennbar. Die Leistungen der DDR auf dem Gebiet des Bauwesens waren hingegen meist ziemlich dürftig: zumeist geschmacklose Betonkästen
Immer neue Fälle entdeckte ich. Als Schüler war es mir vergönnt, die Stadt Dresden zu besuchen. Neben den beeindruckenden Bauten der Barockzeit waren leider viel kahle Flächen zu finden. Das königliche Schloss - eine Ruine, deren Wiederaufbau damals begann, die Frauenkirche ein Trümmerberg. Einstmals eine der schönsten deutschen Städte, heute ein Torso, dazu noch mit Nachkriegsbauten verschandelt. Auf einer Postkarte (Vorkriegsfotoaufnahme) entdeckte ich neben dem Zwinger eine gotische Kirche. Sie stand nicht mehr. Während meiner Beschäftigung mit Alt-Dresden stieß ich unter anderem auf eine Luftaufnahme vom Wettiner Platz. Dort war ein sehr schöner, eindrucksvoller Kirchenbau zu sehen. Heute ist da nur noch eine kahle Fläche.
Es war immer ein Wunschtraum von mir, die Wismarer Georgenkirche wiederaufgebaut zu sehen. Der Wunsch hat sich erfüllt. Es hat mich sehr tief bewegt, als ich vor einigen Jahren die wieder aufgebaute Kirche betreten konnte. In Dresden haben engagierte Bürger die Frauenkirche wiedererstehen lassen. In Potsdam soll die Garnisonkirche wiedererrichtet werden. Das läßt hoffen. So gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß Wismar seine dritte große Kirche zurückerhält.
Die Weltnetzseite www.kirchensprengung.de ist als Dokumentation unverzichtbar. Es muß gezeigt werden, was den Deutschen durch alliierte Bomben und die SED verloren ging
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25.03.2009:
Horst R./ Lübeck: Der Besuch Ihrer Homepage erfüllte mich gleicher Maßen mit Freude wie auch Entsetzen. Entsetzen darüber, was die DDR-Diktatur mit dem kulturellen Erbe unserer Nation angestellt hat. Daß nicht alle Kirchen wieder aufgebaut wurden, ist sicher teilweise nachvollziehbar, ABER ein derartiges systematisches Vernichten historischer Bauwerke grenzt geradezu an Barbarei. Unvorstellbar und unbegreiflich! Bis dato war mir nur der Fall in Wismar bekannt (was mein Interesse weckte), doch im Vergleich zu Magdeburg und Dresden hat die Hansestadt ja noch "Glück" gehabt. 

09.01.2009: R.C./ Rostock: Ihre Homepage hat mich gerade zu schockiert! Mir war zwar der Frevel, den die Kommunisten mit der Sprengung der über 600 Jahre alten Marienkirche in Wismar und der Jakobikirche in Rostock begangen haben, bekannt, aber dass die Zerstörung solche Ausmaße angenommen hat, ist erschütternd! Es ist sicher davon auszugehen, dass auch im Westen des Landes nicht alle Kirchen wieder aufgebaut wurden (z.B. die prachtvolle Nikolaikirche in Hamburg), aber ein solcher „Kahlschlag“, wie ihn das SED-Regime praktizierte, ist wohl einzigartig.

24.10.2008: Hans-Jürgen Hartmann/ Dessau: Als Anlage übersende ich Ihnen weitere Fotos von der Vernichtung der Jakobuskirche in Dessau. Die Gemeinderäume mit dem Saal wurden wieder für Gottesdienste genutzt. Außerdem waren die drei Wohnungen innerhalb des Kirchenkomplexes wieder bewohnbar. Das angebaute neue Pfarrhaus (gebaut Ende der 30er Jahre) war vom Krieg nicht mal beschädigt. Trotzdem musste der gesamte Komplex unbedingt den Plattenbauten weichen. Dem Lageplan kann man entnehmen, dass der größte Teil des Kirchengebäudes nicht mit Plattenbauten bebaut wurde. Interessant ist auch, dass inzwischen einige Wohnblöcke schon wieder abgerissen wurden. Wofür also musste dieses Verbrechen geschehen?!! Leider wird kein Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen.

04.10.2008: Fred Jahn/ Magdeburg: In dieser extrahierten Form erschließt sich mir erst das ganze Ausmaß des Unrechts in der Vergangenheit. Die Zusammenstellung wider das Vergessen fördert Heilung durch Überwindung der Sprachlosigkeit und des kollektiven Verdrängens. Viele müssen wachgerüttelt werden, damit so etwas nicht wieder geschehen kann. Ich denke auch, dass sich zunehmend Heranwachsende dafür interessieren werden, da sie spüren, wie wichtig erlebbare eigene Geschichte für die Orientierung im Heute ist.  Wunderbar wäre es, wenn die Interessenbündelung der ostdeutschen Initiativen mit ähnlicher Zielstellung durch diese neue Seite befördert wird.


Stand: 01. Mai 2010. Copyright: Dr. Tobias Köppe, Vorsitzender Kuratorium Ulrichskirche e.V., Tel.: 0151/50151370, Email: tobiaskoeppe@hotmail.com